Geschichte der Kreisgruppe Tuttlingen


Die Entwicklung der Siebenbürgischen Gemeinschaft im Tuttlinger Gebiet

Siebenbürger Sachsen
Trachtengruppe beim Jubiläumsumzug '1200 Jahre Tuttlingen', Juni 1997

Am Eschentaler Hof zwischen Immendingen, Hintschingen und Mauenheim fanden die ersten Landsleute bei Familie Güthlin aus Wolkendorf/Siebenbürgen zusammen. Bereits in den schweren Kriegs- und Nachkriegsjahren pflegten sie die Nachbarschaft nach der daheim gewohnten Art.

Der Anfang war gemacht. Einige Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft und Russlanddeportation versuchten ihre neue Heimat in diesem Gebiet zu finden. Nach der allgemeinen Enteignung in Siebenbürgen sah die deutschsprachige Bevölkerung nur noch einen Ausweg: sich von der einst so geliebten Heimat zu trennen und die Freiheit in der neuen Heimat zu finden.

In den 60er Jahren kamen die ersten Landsleute nach Deutschland.

In den 70er Jahren fand man dann immer mehr Kontakt zu anderen Landsleuten in der Region.

Am 29.10.1983 führten auf Verlangen von Kurt Zikeli Landsleute der Siebenbürger Sachsen aus den Kreisgruppen Singen und Villingen Schwenningen in Tuttlingen eine Versammlung durch, deren Ziel es war, für Tuttlingen eine eigene Kreisgruppe zu gründen.

Die anwesenden 44 Siebenbürger, die Mitglieder der Landsmannschaft waren, stimmten mit einem eindeutigen "Ja" für diese Gründung. Der 29.10.1983 war der Gründungstag der Kreisgruppe Tuttlingen der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland.

Die anschließenden Wahlen brachten folgende Ergebnisse:
– Vorsitzender :Hans Hermannstädter
– Stellvertretender Vorsitzender :Kurt Zikeli
– Kassierer: Anita Tontsch
– Beisitzer: Helga Zikeli

Das Konto der Kreisgruppe wurde nach deren Neugründung am 31.1.1984 mit einer Einlage von 114,00 DM eröffnet. Haupteinnahmequellen waren Mitgliederbeiträge, Einnahmen aus verschiedenen Veranstaltungen und Betreuungsgelder aus der Landesgruppe. So also hatte es vor 16 Jahren begonnen.

An dem anfänglich erstellten Konzept für das künftige Leben der Kreisgruppe, wie es in dem Veranstaltungskalender zum Ausdruck kommt, hat sich inzwischen nicht viel verändert.

In den nachfolgenden Jahren waren die Hauptaufgaben landsmannschaftlicher Tätigkeit auf Kreisebene die Bewahrung sächsischer Kulturtradition, Beistand und Hilfe bei der Eingliederung neu zugezogener Landsleute sowie die Fortsetzung der Hilfeleistungen nach Siebenbürgen.

Hervorzuheben sind die Hilfssendungen zwischen Herbst 1988 und Frühjahr 1989. In dieser Zeitspanne wurden in Zusammenarbeit mit dem Sozialwerk der Siebenbürger Sachsen in München in einer großen Aktion 215 Pakete mit Bekleidung und Lebensmitteln an Bedürftige in der alten Heimat verschickt.

Großen Anklang fand die Ausstellung "Kirchenburgen in Siebenbürgen". Bei der Eröffnung am 15. Januar 1988 im Rathaus von Tuttlingen betonte Oberbürgermeister Heinz-Jürgen Koloczek, Schirmherr der Ausstellung, die von jeher bestehende Verbundenheit der Stadt Tuttlingen mit den Vertriebenen. Dieser erste Auftritt in der Öffentlichkeit war ein Erfolg für die Kreisgruppe.

Beliebt sind nach wie vor die gesellschaftlichen Veranstaltungen wie Fasching und Kathreinenball. Gute Musik zog viele Gäste auch aus anderen Kreisgruppen an. Manchmal war der Saal im Soldatenheim "Junge Donau" in Immendingen fast zu klein.

Einen besonderen Stellenwert nehmen die Adventsfeiern im evangelischen Gemeindehaus in Tuttlingen ein, besinnliche Nachmittage umrahmt von musikalischen Darbietungen der Landsleute.

Da wir aus einem Land kommen, in dem es lange Zeit keine persönliche Reisefreiheit gab, bestand diesbezüglich Nachholbedarf. So sind die angebotenen Reisen eine willkommene Gelegenheit in vertrauter Gesellschaft neue Länder und Städte kennen zu lernen. An folgende Reisen werden sich die Teilnehmer gerne erinnern: Luxemburg, Großes Walsertal (Faschina), Südtirol, Zillertal, Dresden, Fränkische Schweiz, Fahrt zum Heimattag nach Wels (Österreich), Böblingen (Kirchentag), Trossingen (Chortreffen), Gundelsheim, Wien, Cote d’Azur, Paris, jährlich zum Heimattag nach Dinkelsbühl sowie zwei Fahrten 1995 und 1997 nach Siebenbürgen.

Den neu zugezogenen Landsleuten versuchten die in entsprechenden Referaten tätigen Vorstandsmitglieder nach Kräften mit Hilfeleistungen beizustehen. Die Anteilnahme beim Tod von Mitgliedern der Kreisgruppe wird durch die Niederlegung eines Kranzes bekundet. Am Totensonntag beteiligt sich die Kreisgruppe regelmäßig mit einer Kranzniederlegung an der Gedenkfeier des Bundes der Vertriebenen auf dem städtischen Friedhof .

Gleichzeitig war es ein Anliegen der Kreisgruppe, bei kulturellen Veranstaltungen der neuen Heimat ihren Beitrag zu leisten. Die erste Gelegenheit ergab sich bei den Feierlichkeiten zur 1200-Jahr-Feier der Stadt Tuttlingen im Jahr 1997. Beim Jubiläumsumzug beteiligten sich 43 Landsleute an der Trachtengruppe. 1998 war die Kreisgruppe beim Stadtfest in Tuttlingen und beim Schlossfest in Immendingen jeweils mit einem Verkaufsstand mit siebenbürgischen Spezialitäten dabei. In diesem Zusammenhang muss auch die neu gegründete Tanzgruppe erwähnt werden, deren Auftritte große Anerkennung und Beifall bekamen.

Die Mitglieder der Kreisgruppe und nicht nur die des Vorstandes erreichten durch ihren Einsatz und ihr Engagement vieles von dem, worauf man heute zurückblicken kann. Die Stadt und der gesamte Landkreis Tuttlingen zeigen ihre Unterstützung und ihr Entgegenkommen.

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Die Entwicklung der Kreisgruppe Tuttlingen

1998 – 2003

 

Unsere Jubiläumsfeier „15 Jahre Kreisgruppe Tuttlingen“ im Oktober 1998 war wieder ein großer Erfolg für unsere Kreisgruppe in der Öffentlichkeit. Durch die positiven Presseberichte in den lokalen Tageszeitungen aus der Tuttlinger Region sind die Siebenbürger Sachsen wieder ins Interesse unserer einheimischen Mitbevölkerung gerückt.

An dem anfänglich erstellten Konzept für das künftige Wirken der Kreisgruppe, wie es vor allem im Veranstaltungskalender zum Ausdruck kam, hat sich inzwischen nicht viel geändert.

Beliebt sind nach wie vor unsere gesellschaftlichen Veranstaltungen, der Faschingsball, und der Herbstball, sowie Grill und Wandertage.

Gute Musik und Stimmung sind für viele Gäste auch über die Grenzen unserer Kreisgruppe hinaus ein Anlass an unseren Veranstaltungen mitzumachen.

Nachdem die Räumlichkeiten im Soldatenheim „Junge Donau“ in Immendingen für diese Veranstaltungen zu klein wurden, fanden sie in der großen „Donauhalle“ in Immendingen statt.

Auch den inzwischen gut bekannten „Tanz in dem Mai“ veranstalten wir in der Donauhalle in Immendingen.

Unsere Adventsfeier im evangelischen Gemeindehaus in Tuttlingen, hat noch immer einen großen Stellenwert. Diese besinnlichen Nachmittagsstunden, umrahmt von musikalischen Darbietungen unserer Landsleute sind immer gut besucht.

Am Totensonntag beteiligen wir uns regelmäßig bei der Gedenkfeier vom Bund der Vertriebenen (BdV) auf dem städtischen Friedhof in Tuttlingen, mit einer Kranzniederlegung.

Gleichzeitig war es unser Anliegen bei kulturellen Veranstaltungen, in der neuen Heimat unseren Beitrag bringen zu können.

Somit beteiligen wir uns beim jährlichen Stadtfest in Tuttlingen, sowie beim Schlossfest in Immendingen mit dem Verkaufsstand unserer siebenbürgischen Spezialitäten. Diese finden inzwischen auch großes Interesse bei den Tuttlingern, sowie Immendingern.

Auch der Auftritt unserer Siebenbürgischen Tanzgruppe Tuttlingen findet immer große Anerkennung und Beifall.

Unsere Reisefreudigkeit wurde auch in den letzten Jahren fleißig in Anspruch genommen. So waren die angebotenen Reisen eine willkommene Gelegenheit in vertrauter Gesellschaft, neue Länder und Städte zu erkunden

An folgende Reisen werden sich die Teilnehmer gerne erinnern: Paris (1998), Belgien und Luxemburg (1999), wo wir den so wichtigen Satz für uns Siebenbürger Sachsen lesen konnten „Mer wallen bleiwen, wat mer sen“. Es folgen Reisen nach Prag (2000), Berlin und Spreewald (2001), Frühlingsfahrt ins Wallis zum Matterhorn – Schweiz (2002) und Herbstfahrt nach Rom (2002), sowie Trentino – Südtirol (2003.

Zurückblickend auf 20 Jahre des Bestehens unserer Kreisgruppe, dürfen wir doch von Herzen dankbar sein für Alles, was wir in dieser Zeit gehabt haben, wenn auch nicht alle Wünsche und Hoffnungen der ersten Stunde erfüllt wurden.

Dass dieses jeweils nur durch Mitwirkung zahlreicher Helferinnen und Helfer möglich war, sei hier nicht vergessen und dankbar erwähnt.

Dank gehört auch der Stadt und dem gesamten Landkreis Tuttlingen, für ihre Unterstützung und ihrem Entgegenkommen.

 Wir danken all unseren Mitgliedern für ihren Einsatz und ihre Treue, nicht zuletzt unseren Vorstandsmitgliedern.

Ohne deren tatkräftigen Einsatz, wäre all unser Rückblick gar nicht möglich.

Was wir uns für die Zukunft wünschen?

Noch mehr Landsleute sollen unserer Kreisgruppe angehören und unsere Tätigkeit unterstützen, vor allem noch mehr Jugendliche, die unsere Arbeit fortsetzen sollen.

Vor allem aber hoffen wir, dass durch unsere Aktivitäten, sowohl die traditionellen Werte unserer Gemeinschaft erhalten bleiben und schöpferisch weitergeführt werden.

Das sächsische Bewusstsein, soll nachgeholt und an die nächste Generation weitergegeben werden, gemäss dem Motto:

"Der alten Heimat die Treue,
der neuen Heimat die Kraft!
"

Vorstand der Kreisgruppe Tuttlingen

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