Mitglieder der Tanzgruppe Tuttlingen auf Brasilientournee

Bilder sehen Sie hier. Teil 1

Bilder sehen Sie hier. Teil 2

Die Neugierde und das Interesse Brasilien zu erkunden, das größte Land Südamerikas, ein Land das 23 mal größer ist als Deutschland, mit der 8000 km langen Meeresküste, erweckt natürlich bei Allen Neugierde und Interesse.

Dieses haben wir dann auch in Angriff genommen, nachdem uns Ute Borger die Einladung von ETUI (Europäische Tanzunion) übermittelte uns am internationalen Folklorefestival „Fest in Folk“ zu beteiligen. Veranstalter und Gastgeber des Festivals war die brasilianische Gesellschaft für Folklore und Volkskunst (ABRASOFFA) in Santos, der größten Hafenstadt Südamerikas. Diese Einladung ging an alle Tanzgruppen aus Baden Württemberg.
Im Vorfeld war vieles zu klären, Urlaub wurde beantragt, die finanzielle Seite wurde abgeklärt, denn natürlich musste jeder sich die Reise bezahlen. Tanzseminare an Wochenenden wurden eingeplant, in Stuttgart, Bad Urach und Erpfingen, ein Stamm an Tänzen musste erarbeitet werden, einheitliche T-Shirts mit dem Aufdruck „DonauDanceFolks“ gedruckt, sowie ein Plakat mit dem Gruppennamen und der Aufschrift „Brasil 2006“ erstellt werden, Gastgeschenke durfte man auch nicht vergessen usw.

Dann war es soweit. Den 2. August schlossen sich 15 Tanzgruppenmitglieder der SiebenbürgischenTanzgruppen Stuttgart, Böblingen, Tuttlingen und Biberach, sowie 2 Ostelsheimer Musikanten zu der Gruppe „DonauDanceFolks“, im Alter von 19-52 Jahren zusammen. Diese Gruppe sollte, unter der Leitung von Ute Borger, ebenfalls Mitglied der
Stuttgarter Tanzgruppe, beim internationalen Folklorefestival ABRASOFFA Deutschland repräsentieren. Durch diese kleine Gruppe war Deutschland das erste Mal vertreten. Wir sind stolz das wir dabei sein durften. Der Name „DonauDanceFolks“ drückt einerseits die Heimatverbundenheit aus und betont andererseits das Bestreben, eine musikalisch-tänzerische Brücke zu schlagen in einer Welt, die kulturelle Vielfalt als Reichtum anerkennt.

Von Frankfurt, nach elfstündigem Flug erreichten wir Sao Paolo. Nach mehreren Stunden Wartezeit flogen wir weiter nach  Porto Alegre. Hier wurde die Gruppe „DonauDanceFolks“ von der Vertreterin der Gruppe „Tanz mit uns“ vom Verein „25. Juli“ begrüßt, über die Stadt informiert und auf die deutschen Gastfamilien verteilt.
Porto Alegre, die südlichste Stadt von Brasilien,  auf portugiesisch „Fröhlicher Hafen“ ist ein großer Flusshafen. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Porto Alegres zählen u. a. das historische Zentrum mit dem Mercado Público von 1869, die Usina do Gasômetro, und am Wochenende findet der Brique da Redenção statt, eine Mischung aus Biomarkt, Floh- und Kunsthandwerksmarkt, den wir mit der Gastfamilie auch erleben durften.

Ein straff organisiertes Programm mit Auftritten in fünf verschiedenen Städten folgte. Nach Porto Alegre, folgte das Einwandererdorf  Nova Petropolis, mit dem Einwandererpark, ein Reservat von 10 h Land mit Urwald noch bewachsen, ganz im Zentrum der Stadt. Das Einwandererdorf besitzt verschiedene historische Häuser, die dort wieder aufgebaut wurden. Unvergessen bleibt Dois Irmaos, wo auch ein Besuch beim Bürgermeister eingeplant war. Florianopolis, die Hauptstadt von Santa Catarina mit den 42 Stränden, die zwar in der Winterzeit wenige Besucher hatten. Aber die Gruppe ließ es sich natürlich nicht entgehen, im Atlantik zu baden.

Joinville, auch die Stadt der Blumen genannt folgte. Die Zuwanderer aus Europa brachten eigene Blumensamen und Techniken mit. Erwähnenswert ist auch der Besuch der Bolshoi Ballettschule.
Insgesamt 21 Auftritte mit 114 Tänzen, in Schulen, Einkaufszentren, Marktplätzen, Parks, Sportschulen, Universität und Festhallen hatte die „DonauDanceFolks“ zu bewältigen.
Überall wurde die Gruppe herzlich begrüßt, es wurde die deutsche Fahne gehisst, dem Bus und aus dem Bus gewunken und endlos viele Fotos gemacht. Regionale Zeitungen berichteten mit Fotos über die DonauDanceFolks – Auftritte, sowie über den Besuch mit anschließendem Mittagessen beim Bürgermeister in Dois Irmaos. Radio- und Fernsehsender zeigten ihr Interesse, interviewten und filmten die Gruppe.
Grosse Begeisterung von den örtlichen, deutschen Tanzgruppen mit denen die knappe Freizeit verbracht wurde flog uns entgegen. Gemeinsam wurde getanzt, Bekanntschaften geschlossen und Gedanken ausgetauscht denn nur so hatte man die Gelegenheit mehr von Land und Leuten zu erfahren.

Privat ohne Tracht bleibt uns der Ausflug, sowie die Fahrt zu den größten Wasserfällen der Welt, mit 78 m Gefälle in Foz do Iguacu in Erinnerung. Die Iguacu Wasserfälle liegen auf der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien. Der Großteil der Fälle liegt auf argentinischer Seite, von wo normalerweise ein Zugang bis zur spektakulären "Kehle des Teufels" besteht. Den besseren Gesamteindruck erhält man aber von brasilianischer Seite, den wir erleben durften. Wir hatten Gelegenheit die größten Wasserfälle der Welt mit dem niedrigsten Wasserstand seit 1978 zu sehen.

Von hier ging es am 14. August, nach 18 Stunden Busfahrt (1.500 km) weiter nach Sao Bernardo do Campo, wo das 8. Internationale Folklorefestival stattfand. Tanzgruppen aus Kolumbien, Frankreich, Paraguay, Brasilien und Deutschland fanden sich in einem Ausbildungs-Camp für Lehrer und Pädagogen in Sao Bernardo do Campo ein. Erlebnisreiche Tage folgten mit täglich mehren Auftritten in Tracht, auf Marktplätzen, in Schulen, riesigen Einkaufszentren, Sportschulen, Parkanlagen, Universitäten und Festhallen von Santos.
Am 20 August nahmen wir an einem großen Festumzug in Sao Bernardo teil. Jeden Abend ging es im Camp lustig zu. Jedes Land hatte einen festgelegten Abend um sich mit typischem Kulturgut zu präsentieren und wir haben es tänzerisch gemacht. Der letzte Abend war ein brasilianischer Abend. Ein riesiges Büfett mit brasilianischen Spezialitäten wartete auf die Gäste. Eine Sambavorführung durfte auch nicht fehlen, die Tänzer und Tänzerinnen begeisterten mit ihren Rhythmen die Zuschauer. Diese gemeinsamen Erlebnisse mit Gruppen aus anderen Ländern werden wir nicht mehr vergessen. Es wurde auf diese Weise auch ein Beitrag zur Völkerverständigung geleistet.

Nach dem brasilianischen Abend, nachts, um 2 Uhr, einen Tag vor der Heimreise nach Deutschland, wurde die letzte freie Zeit genutzt. Die Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen von Rio de Janeiro, eine Stadt mit 6 Millionen Einwohnern zu besichtigen, war es wert im Bus zu schlafen. Da war es eigentlich wärmer, wie in unserer Unterkunft, wo es keine Fenster gab, nur ganz oben zwischen den Betonklötzen Luken. Im Sommer ist es bestimmt angenehm aber nicht im Winter. Ein Besuch des Zuckerhuts, der Corcovado der mit seiner 710 m Höhe einen spektakulären Blick über Rio de Janeiro bietet und auf dem Gipfel die 30 Meter hohe Jesusstatue, die Copacabana, die als einer der schönsten Strände der Welt gilt, muss man einfach gesehen haben. Ein Traum von uns ALLEN wurde wahr!
Insgesamt 6000 km Busfahrt in Brasilien hat die Gruppe „DonauDanceFolks“ zurückgelegt und bei allen Aufenthalten, Vorführungen einen guten Eindruck hinterlassen
Wir sind froh und stolz auf einer Entfernung von 10500 km, teilgenommen haben, um unser Kulturgut anderen Leuten zu präsentieren für Völkerverständigung und Frieden in der Welt.

Ein herzliches Dankeschön geht an Ute Borger für die tolle Organisation.
Danke sagen wir dem Land Baden-Württemberg, für das Bereitstellen ausgewählter Gastgeschenke, bei der Landesgruppe Baden-Württemberg und der Bundesgeschäftsstelle der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in München für ihre Hilfe.
Danke sagen wir der Petersberger Nachbarschaft und der Kreisgruppe Tuttlingen, für die finanzielle Unterstützung.
Ein großes Dankeschön gilt der Petersberger Blaskapelle, die uns als kulturelle Gruppe auch finanziell geholfen hat.
Wir sind stolz in unserer schönen Burzenländer Tracht, bei diesem Internationalen Folklorefestival in Brasilien dabei gewesen zu sein.
 

Danke Brasilien!

Obridago BRASIL!


Hilda Brenndörfer

Zurück


© Copyright: Kreisgruppe Tuttlingen
E-Mail:info@siebenbuerger-sachsen-tuttlingen.deInternet:www.siebenbuerger-sachsen-tuttlingen.de
r